Ernährung


Ich denke, es gibt kein Thema das mehr diskutiert wird als das Thema Ernährung beim Hund. Fakt ist, dass sich der Wolf/Hund vor etwa 15.000 bis 30.000 Jahren dem Menschen angeschlossen hat. Zu dem Zeitpunkt hatte der Mensch bereits das Feuer für sich entdeckt und nutzbar gemacht. Wie genau der Prozess ablief, ist noch nicht genau aufgeklärt, es ist aber anzunehmen, dass sich der Wolf die Überreste von den Menschen einverleibte aus Bequemlichkeit. In den letzten sagen wir mal 15.000 Jahren, gab es Perioden (Mittelalter zum Beispiel), wo Fleisch ein absoluter Luxusartikel war und es gewiss nicht an die "normalen" Haus- und Hofhunde verfüttert wurde. Die mussten sich mit den Überresten vom Essen, eventuell mal etwas Brot oder ähnliches zufrieden geben, dazu jagten sie Ratten, frassen Fäkalien oder Aas... Und trotzdem überlebte der Hund. Es gibt von Günther Bloch ein Buch "Pizza-Hunde" leider nicht mehr erhältlich, in dem Buch geht es über freilebende Hunde in der Toskana, die sich überwiegend von denen von Menschen zur Verfügung gestellten Futter ernährten, am liebsten Pizza und Nudeln, anstelle von Jagen.

Ich bin offen und akzeptiere alle Formen der Fütterung - wer sein Hund mit Biofleisch ernähren möchte, gerne. Wer seinen Hund mit Trockenfutter ernähren möchte, gern. Wer seinen Hund mit Nassfutter ernähren möchte, gerne. Ich selbst ernähre meine Hunde nach der ABAM-Methode aka Abstauber bekommen alles Mögliche - Methode. (Quelle: ABAM-Methode)

Ich beschreibe jetzt hier wie meine Hunde/Welpen ernährt werden.

Erwachsene Hunde und Junghunde ab dem 4. Monat

Meine Hunde bekommen eine bunte Mischung an Futter. Als Hauptfutter gibt es ein getreidefreies Trockenfutter, wobei ich da von einer Marke zur anderen springe - Orijen, Acana, Mac's, Rinti, Platinum, Happy Dog, Bosch... meine Hunde fressen alles und vertragen auch alles, ich kann sie problemlos von heute auf morgen von einer Marke auf eine andere umstellen. Durchfälle gibt es hier davon nicht, das schlimmste war mal intensive Blähungen bei Merlin. Außerdem haben mir meine Hunde auf genug deutlich gemacht, dass sie nach einen 12 oder 15kg Sack, die Nase von dem Futter voll haben.

Ansonsten gibt es hier alles - sind von unserem Essen Kartoffeln, Nudel oder Reis übrig, bekommen es die Hunde unter ihr Nassfutter bzw. Frischfleisch gemischt, dazu kaufe ich meist Reinfleischdosen (Animonda, Rinti...) oder bestelle auch mal bei einen BARF-Shop Fleisch. Pürriertes Gemüse habe ich meist einige Portionen eingefroren, Zusätze gibt es hier nicht allzuviel, meist nur eine Kräutermischung von Luposan oder mal etwas Gelenk-Aktiv von Luposan oder gerade im Fellwechsel mal zusätzlich ein gutes Öl (Nachtkerzenöl, Leinöl...) Meine Hunde knabbern gern an Gemüse - Möhren, Gurke, Kohlrabi - stehen bei uns täglich im Wechsel auf den Speiseplan. Rohes Gemüse kann von den Hunden nicht verwertet werden und wird meist unverdaut wieder ausgeschieden. Aber es hilft dabei Zahnbelege zu entfernen und füllt den Bauch, wenn es mal wieder zu lange bis zur nächsten Mahlzeit dauert. Sie naschen auch gern mal etwas Banane oder Apfel.

Leckerlies sind bei mir genaus das - Leckerlies. Da sie dies nur in kleinen Mengen bekommen und nur für gebrachte Leistungen, achte ich da weniger darauf was es ist, sondern dass es ihnen schmeckt. Für den Hundeplatz gibt es Wiener Würstchen, gekochte Hähnchenherzen oder Käse. Kinder ernährt man schließlich auch nicht hauptsächlich von Schokolade.

Meine Hunde vertragen auch alle Kuhmilch, und Reste aus Milchtüten werden gerne geschlappert. Im Sommer gibt es zum Schlecken auch gern mal einen gefrorenen Joghurt. Oder das Trockenfutter wird mit etwas Hüttenkäse garniert.

Zum Knabbern gibt es neben dem Gemüse, meist getrocknete Dinge wie Straußensehnen, Ochsenziemer, auch mal Rinderkopfhaut oder einen frischen Knochen (NIEMALS gekochte/gebratene Knochen verfüttern - Splittergefahr).

Meine Hunde sind im allgemeinen nicht wählerisch und fressen, was sie vor die Nase gesetzt bekommen.



Welpen bis circa 4 Monate

Meine Welpen werden so lange wie es die Mutter zu lässt gesäugt. Beim ersten Wurf war es bis zur 7 Woche beim zweiten Wurf bis zur 10. Woche. Während der Säugezeit hat die Mutterhündin unbegrenzt hochwertiges Trockenfutter zur Verfügung, meist Welpenfutter, dazu bekommt sie Ziegenmilch oder Welpenmilch zum schlabbern.

Je nach Wurfstärke und Gewichtszunahme werden die Welpen ab dem 12. Tag zugefüttert (bei kleineren Würfen auch später). Zunächst gibt es reines Rindertartar (vom Metzger) als kleine Kügelchen am Abend direkt ins Schnäuzchen, so ist das Bäuchlein über nacht beschäftigt zu verdauen und die Nächte werden weniger anstrengend für die Mama. Jetzt am Anfang ist mir die Qualität des Fleisches sehr wichtig, vor allem das Verhältnis Muskelfleisch zu Fett, zuviel Fett kann auch schnell mal zu Durchfall führen. Die Fütterintervalle werden zunächst erhöht, bevor es größere Portionen gibt. Nach der dritten oder vierten Fütterung muss man aufpassen, dass die Finger nicht mit verschluckt werden. Aber noch ist die Muttermilch die wichtigste Nahrung für die Welpen. Ansonsten fange ich so ab mitte der dritten Woche an, der Mutter einen Brei aus Hirse/Bio-Reisflocken und Ziegenmilch in der Wurfbox zu füttern, meist kommen die Welpen schnell auf den Geschmack und schlabbern mit oder baden in den Brei. Diesen Brei gibt es dann meist 2 mal am Tag. Ich zwinge jedoch keinen Welpen zum Fressen solange die Gewichtszunahme stimmt. Mit der vierten Woche sieht das "Fressprogramm" dann meist so aus 3 Fleischmahlzeiten plus 2 Milchmahlzeiten. Ab der 4./5. Woche, wird dann eine Fleischmahlzeit durch ein ausgesuchtes Nassfutter ersetzt, danach wird eine Milchmahlzeit durch eine andere Milchmahlzeit ersetzt, da gibt es dann Hüttenkäse mit Banane oder Apfel mal mit etwas Honig oder einem Eigelb, danach wird die 2. Fleischmahlzeit durch einen Brei aus Trockenfutter und zunächst Ziegenmilch ersetzt, die Ziegenmilch wird dann durch Wasser ersetzt. Die dritte Fleischmahlzeit aus rohen Fleisch wird nach und nach durch Gemüse/Obst erweitet. Somit lernen die Welpen hier bereits ein breites Spektrum kennen. Die Schritte erfolgen immer in Abhängigkeit der Verträglichkeit. Die ersten Mahlzeiten erhalten sie aus zwei Welpenringen, danach bekommt jeder seinen eigenen Napf.

Wenn die Welpen das Haus mit 8. Wochen verlassen, bekommen sie täglich 4 Mahlzeiten, bei 12. Wochen sind es dann noch 3 Mahlzeiten. Meine Erwachsenen Hunde bekommen früh eine kleine Portion und abends eine Portion, die sich danach richtig wieviel sind tagsüber abgestaubt haben. Das kann mal weniger, mal mehr sein oder auch mal gar nichts.

Meine eigenen Welpen werden ab dem 4. Monat je nachdem, wann das Welpenfutter aufgebraucht ist, auf das normale "erwachsene" Futter umgestellt und bekommen dann das gleiche wie die erwachsenen Hunde.

Ich stelle es jeden Welpenkäufer frei, wie er seinen Welpen ernähren möchte und versuche darin so gut wie möglich zu unterstützen.


(Und nein, meine Hunde betteln ÜBERHAUPT nicht, wenn meine Mutter frühstückt ;) )