Suomenlapinkoira - Pflege

Da immer wieder Fragen auftauchen über die Fellpflege, will ich hier ausführlicher darauf eingehen.

Der Finnische Lapphund besitzt ein doppeltes Fellkleid, es besteht aus der weichen Unterwolle und dem eher harschem Deckhaar.

Bei erwachsenen unkastrierten Hunden ist es meist ausreichend einmal wöchentlich zu bürsten. Je nach Fellbeschaffenheit reicht es manchmal aus, sogar nur alle 2-3 Wochen den Hund durchzubürsten. Jedoch sollte man beim täglichen kraulen, immer die Region hinter den Ohren und das lange Fell an den Hinterbeinen/Po kontrollieren, sowie das Fell an den Ellenbogen. Das sind die Stellen, wo sich am schnellsten Filz bildet. Weitere Stellen die schneller verfilzen, sind die Stellen, wo das Geschirr oder Halsband sitzt, also da auch öfters mal kontrollieren. Sollte kleinen Knötchen hinter den Ohren vorhanden sein, kann man versuchen diese vorsichtig mit den Fingern auseinander zu zupfen und dann zu bürsten. Sollten die Knötchen schon zu hartneckig sein, kann man das Fell am besten mit einer Effilierschere herauschneiden. Der Vorteil einer Effilierschere zu einer normalen Schere ist, dass es meist natürlicher aussieht. Dazu reicht meist schon eine billige Schere, man braucht dazu kein Profigerät. Bei Filz an anderen Stellen, kann man ähnlich vorgehen, jedoch sollte man versuchen den Filz ohne herausschneiden zu lösen. Herausgeschnittenes Deckhaar braucht bis zu einem Jahr, bis es wieder nachwächst.

Das Bild zeigt Angels Rücken, während einer Läufigkeit hat Merlin ihr das Fell abgeknabbert - das war im April 2016, das Bild entstand im Januar 2017 und man sieht es immer noch.



Wie man auf diesen Bild erkennen kann, kommt die Unterwolle regelrecht büschelweise heraus während des Fellwechsels. Dieser findet 1-2 mal im Jahr statt, während diesen Zeitraum sollte man die Hunde täglich bürsten, dann ist meist alles in 1-2 Wochen vorbei. Bis sich das Unterfell wieder nachgebildet hat, dauert es meist so 2 Monate, das ist allerdings auch klimabedingt. Wenn es sehr kalt ist, kann es auch deutlich schneller gehen. Im Sommer wird das Unterfell eher mäßig ausgebildet. Ich benutze im ersten Schritt immer einen Metallkamm und hole damit die Hauptmenge an Unterfell heraus. Im zweitern Schritt gehe ich mit einer Bürste durch das Fell um das letzte feine Fell herauszuholen. Diese Bürste hat zweierlei Zinken, mit der einen Seite, wo die Zinken gerade sind, kann man leichten Filz recht gut lockern um ihn dann mit der gebogenen Seite herauszuolen.



Oben rechts das Bild zeigt Merlin und die Menge an Unterwolle, die ich ihn beim Bürsten aus dem Fell geholt habe.

Ich rate dazu Welpen am Anfang täglich zu bürsten, nie den ganzen Hund auf einmal, sondern immer nur kurze Einheiten und diese Einheiten immer wieder durch Spiel und/oder Belohnung aufzulockern, so dass der Welpe das Bürsten positiv verknüpft. Das Welpenfell ist von der Struktur her weicher und verfilzt dadurch schneller.

Kastrierte Hunde können ein sogenanntes Kastratenfell entwickeln, sprich die Unterwolle wächst kräftiger, das Haar wird weicher und länger und es kommt schneller zu Verfilzungen. Das ist jedoch von Hund zu Hund unterschiedlich, und so sollte man sein Pflegeprogramm anpassen. Es kann sein, dass kastrierte Hunde täglich gebürstet werden müssen oder wie unkastrierte Hunde auch nur einmal wöchentlich.

Eine Frage die gern auftaucht, was braucht man für die Fellpflege alles - weniger als man denkt. Das Bild zeigt alles was ich benutze - Bürste, Kamm, Bürste, Krallenschere, Effilierschere, einmal einseitig, einmal doppelseitig. Mehr nicht. Allerdings kann ich aus Erfahrung sagen, es lohnt sich ein paar Euro mehr auszugeben für eine gute Bürste, meine sind von der Firma Furminator, die sind flexibel und passen sich beim Bürsten gut an und biegen sich bei zuviel Druck. Man kann also den Hund nicht weh tun damit. Man sollte immer mal an sich selbst ausprobieren, und mit den Bürsten über die Arme fahren um zu sehen, wieviel Druck noch okay ist.




Was man auf keinen Fall verwenden sollte, sind diese Furminator-Kämme - die sind absolut unbrauchbar für einen Lapphund, da sie das Deckhaar mir abschneiden.



Eine andere Frage ist - muss man einen Lappi baden. Man kann gern mal ein Experiment machen, man putze mal eine zeitlang seine Fenster nicht, je nachdem wo man wohnt zwischen drei und zwölf Monate und dann kann man mal versuchen das mit Wasser abspritzen sauber zu bekommen, keine Putzmittel, kein Lappen sind erlaubt, nur reines Wasser und die Hände. Es wird nicht funktionieren, es bleibt meist ein Schmierfilm übrig. Und das gleiche passiert bei einem Hund, auch wenn dieser mal schwimmen geht oder mal im Regen richtig nass wird oder man ihn mal in der Dusche mit Wasser abduscht. Dieser Schmierfilm ist Feinstaub von Autos, Industrie und meist auf Erdölbasis und damit nicht wasserlöslich. Ich selbst bade meine Hunde 3-4 mal im Jahr bzw. vor Ausstellungen.

Wichtig ist dass man kein Menschenshampoo auch kein Babyshampoo verwendet, der pH Wert von Mensch und Hund ist komplett unterschiedlich. Menschenshampoo ist zu sauer für den Hund und greift den Schutzfilm der Haut an. Ich rate zu einen guten Hundeshampoo, ich kann das K9 Competition Shampoo empfehlen, da reicht eine Flasche für ein ganzes Jahr. Für Lapphunde kann auch die Anschaffung eines Entfilzersprays ratsam sein, um das Bürsten zu erleichtern.