Zuchtphilosophie/Zuchtziele


Ich will hier mal versuchen meine Zuchtphilosphie zu erklären.

Für mich sind drei Aspekte wichtig - Gesundheit, Charakter, Aussehen und erst die Mischung aus diesen drei Punkten macht für mich den perfekten Zuchthund aus. Ich züchte in erster Linie für mich, es ist klar, dass ich nicht jeden Welpen behalten kann, aber alle Wurfplanung sind darauf ausgelegt, dass ich sofort einen Hund davon behalten würde.

Gesundheit:
Alle meine Zuchthunde sind offiziell auf Hüftgelenksdysplasie (HD), erbliche Augenkrankheiten, Glycogenspeicherkrankheit (erbliche Stoffwechselerkrankung), prcdPRA (erbliche Augenerkrankung) und Degenerative Myelopathie (erbliche neurologische Erkrankung) getestet. Im Rahmen der HD-Untersuchung lasse ich auch immer die Ellenbogen, die Wirbelsäule und die Knie mit kontrollieren. Regelmäßige Blutuntersuchungen inklusive Organprofil und Überprüfung der Schilddrüsenwerte sind selbstverständlich.

Charakter:
Für mich muss ein Lapphund ein freundlicher, aufgeweckter und lernfreudiger Hund sein. Ich gehe mit meinen Hunden regelmäßig in die Hundeschule und den Hundeverein, sie sollen auch Hundekontakte außerhalb des Rudels haben, und ich selbst will mich weiterbilden und neue Trainingstechniken erlernen. Finja hat die Begleithundeprüfung ohne Probleme bestanden, auch mit Merlin trainiere ich regelmäßig, er sieht jedoch den Sinn nicht ein längere Zeit still dazu liegen, er hat so leichte Klassenclown-Tendenzen. Aber nicht nur der Arbeitswille auf dem Platz ist entscheidend, wer schon einmal auf einer Ausstellung war, weiß wie eng es dort zugehen kann. Charakterstärke zeigt sich auch darin, wenn der Hund ohne Probleme durch die Industriestände (Weihnachtsmarkt) mitläuft. Meine Hunde sind alle alltagstauglich - Restaurantbesuch, Stadtbesuche sind problemlos möglich, sie können bei Bedarf mit Bus und Bahn mitfahren ohne dabei Stress zu haben. Meine Hunde müssen sich freundlich bis neutral gegenüber Fremden verhalten, jedoch sollten sie nie Aggressiv gegenüber Menschen sein, ob sich jetzt ein Hund von allem Fremden anfassen lässt, ist für mich nicht ausschlaggebend, solange er sich problemlos von ihm bekannten Menschen anfassen lässt. Wir mögen es nunmal auch nicht, von jeden angefasst zu werden. Auch wird meist im Rahmen von Ausstellungen der Charakter bewertet.

Aussehen:
Jeder Lapphund ist der schönste, doch entspricht er auch dem Standard? Aus diesem Grund besuche ich Ausstellungen, ich will unabhängige Meinungen zu meinen Hunden. Für mich müssen Hunde im Standard sein. Sie dürfen nicht zu groß oder zu klein sein, auch wenn der Standard sagt Typ geht vor Größe und Gewicht, darf es nicht Ziel sein mit extrem Kleinen oder Großen Hunden zu züchten. Der Standard besagt 44cm +/- 3cm für Hündinnen und 49cm +/- 3cm für Rüden. Ich habe es bei Merlin erlebt, er hat sich etwas kleiner gemacht beim Messen als er tatsächlich ist, so wäre für mich auch nochmal 1cm nach oben oder unten akzeptabel mehr aber auch nicht. Weiterhin sollte die Rute während der Bewegung oberhalb der Rückenlinie getragen werden, ansonsten ist es ein Fehler. Summieren sich für mich in einen Hund mehrere Sachen, so gehört er nicht in die Zucht. Aber als Besitzer übersieht man gern mal solche Sachen. Aber gerade solche Sachen sind es, die den Lapphund definieren. Aus diesen Grund, nehme ich nur Hunde in die Zucht die sich auf mehreren Ausstellungen bewiesen haben, und im Bestenfall Titel errungen haben.

Ich orientiere mich bei den Zuchtregeln, an den Vorgaben des Finnischen Lapphundclubs in Finnland. In Finnland hat die Rasse ihren Ursprung, es konnten bereits deutlich mehr Erfahrungen gesammelt werden als in Deutschland. Selbstverständlich muss ich mich an die Vorgaben vom DCNH halten, aber die wichtigeren Regeln kommen für mich aus Finnland. Diese kann man im vollen Umfang auch hier nachlesen Lappalaiskoirat

Kurzfassung:

- Hündinnen sollten mindestens 20 Monate sein für den ersten Wurf, besser 3 Jahre.
- Falls Rüde und Hündin unter 24 Monaten sind, wird die Verpaarung nicht genehmigt
- Zwischen der Geburt und der nächsten Deckung sollen mindestens 10 Monate liegen
- Wurfwiederholungen sollten vermieten werden, inklusive Vollgeschwister, sprich Hündin A und Hündin B sind Geschwister, diese sollte nicht mit den gleichen Rüden verpaart werden
- Der Inzuchtskoeffizient sollte auf 8-Generationen gerechnet werden nicht 6,25% übersteigen
- Die Hündin darf nicht Älter als 6 Jahre sein für ihren ersten Wurf

Augen:
Geeignet zur Zucht:
- Hunde deren Augenuntersuchung auf erbliche Augenkrankheiten unauffällig ist. Hunde die diagnostiziert worden mit Iris-zu-Iris MPP, PHTVL/PHPV Grad 1 oder MRD, dürfen nur mit einen Hund verpaart werden, der frei von diesen Erkrankungen ist.

Nicht geeignet für die Zucht:
- Hunde die mit folgenden Erkrankungen diagnostiziert worden - posterior und kortikal Katarakt, Iris zu Linse MPP, Iris zur Hornhaut MPP, GRD, TRD oder PHTVL/PHPV Grad 2-6

Eine Verpaarung wird nicht genehmigt wenn:
- wenn bekannte Träger von posterior oder kortikal Katarakt in den ersten beiden Generationen in beiden Seiten in der Ahnentafel vorhanden sind.
- wenn bekannte Träger von irgendwelchen Formen von PRA (außer prcdPRA) in den ersten beiden Generationen in beiden Seiten in der Ahnentafel vorhanden sind.

prcd-PRA
- ein prcd-PRA Träger oder ein Hund dessen prcd-PRA Status nicht bekannt ist, darf nur mit einem frei getesten Hund verpaart werden.

Hüften:
In Finnland gibt es bereits eine Zuchtwertschätzung für HD, das ist in Deutschland momentan noch nicht möglich.

Geeignet für die Zucht:
- HD A, B oder C

Nicht geeignet:
- HD D und E
- Hunde mit Arthrities
- zwei Hunde mit HD C sollten nicht miteinander verpaart werden

Patella:
Geeignet für die Zucht:
- Hunde die nicht getestet sind, dürfen keine Anzeichen für Patellaluxation zeigen
- Hunde mit einem Patella-Ergebnis von (0/0)

Nicht geeignet:
- Hunde die an der Patella operiert wurden

Ellenbogendysplasie:
Geeignet für die Zucht:
- Hunde die nicht getestet sind, dürfen keine Anzeichen für eine Ellenbogendysplasie zeigen
- Hunde mit einem Patella-Ergebnis von (0/0)

Nicht geeignet:
- Hunde die Anzeichen für eine Ellenbogendysplasie zeigen
- Hunde mit einen Ergebnis von 1 oder schlechter

Hunde die eine Knickrute oder einen Über- oder Unterbiss haben sind nicht für die Zucht geeignet. Auch Hund mit Allergien sind nicht geeignet für die Zucht.

Hunde die an Epilepsie oder Schilddrüsenunterfunktion erkrankt sind, sind nicht für die Zucht geeignet ebenso wie ihre direkten Nachkommen.

Andere Autoimmun-Erkrankungen:
Inzucht ist zu vermeiden, da es das Risko von Autoimmunerkrankungen erhöht.

Nicht geeignet zur Zucht:
- Hunde die Anzeichen einer Autoimmunkrankheit zeigen oder daran erkrankt sind.
- Eltern, Geschwister und direkte Nachkommen eines an Addision oder AIHA erkrankten Hundes

Cushing:
Nicht geeignet zur Zucht:
- Hunde die Anzeichen von Cushing haben oder oder daran erkrankt sind.
- Eltern, Geschwister und direkte Nachkommen eines an Cushing erkrankten Hundes

Glykogenspeicherkrankheit:
- ein GSDIIa Träger oder ein Hund dessen GSDIIa Status nicht bekannt ist, darf nur mit einem frei getesten Hund verpaart werden.

Zusammenfassung falls noch jemand mitliest:
Mein Zuchtziel ist die Züchtung von gesunden, wesenstarken Hunden, die dem Standard so nahe wie möglich kommen. Die von ihrem Körperbau und Haarstruktur noch immer ihren Aufgaben als Hütehunde im Winter in Finnland nachgehen könnten. Wobei der Standard auch gewisse Freiräume lässt, so gefallen mir persönlich die etwas größen Lapphunde mit einen moderaten Fell besser als die kleinen süßen Fellknäuele. Jedoch werde ich nie ausschließen auch so einen Hund mal zu besitzen um meine Linien genetisch aufzufrischen.