Was kostet ein Welpe???

Ein Welpe kostet .... viel Liebe, viel Zeit, viele Nerven, viel Geduld und ja auch Geld.

Meist einer der zuerst gestellten Fragen ist: Was kostet ein Welpe? Ich bin mittlerweile gerade heraus und nenne den Preis, warum um den heißen Brei reden und dann nach 100 geschriebenen Emails zu lesen... Das ist mir aber zu teuer. Die Reaktionen auf den Preis sind sehr unterschiedlich von - der Preis ist fair, bis zu soviel wollten wir nicht ausgeben und als Züchter muss man ja reich werden - ist alles dabei. Schön wäre es. Wie die meisten Lapphunde-Züchter, betreibe ich die Zucht nur als Hobby und habe nur einen bis max. zwei Würfe pro Jahr, vielleicht auch mal keinen Wurf in einem Jahr.

Als Züchter im Verein hat man viele Auflagen zu Erfüllen - Räumlichkeiten, Untersuchungen, Weiterbildungen. Dazu kommen meine persönlichen Ansprüche, was die Zucht betrifft, ich will den Welpen den bestmöglichen Start ermöglichen, und spare deswegen auch nicht bei den Ausgaben. Ich möchte mal einen Überblick über die Kosten geben.

Als Züchter hat man unterschiedliche Arten von Kosten:
Einmalige wie die Registrierung des Zwingernames - 250 Euro.
Dazu Kosten die Wurfunabhängig sind - Mitgliedsbeitrag im Verein - DCNH 65 € pro Jahr, VDH - 35 € pro Jahr oder auch Kosten für die Webseite - 150 € jährlich, Visitenkarten...
Dazu kommen Kosten die immermal wieder auftreten und sich schlecht beziffern lassen - Instandhaltung vom Hundeauslauf mit den dazugehörigen Inventar, manche Sachen halten 3-4 Würfe andere nicht einmal einen Wurf. Prägespielzeug für Welpen ist nicht billig, die heißgeliebte Hängebrücke kostet 120 €, Wackelbrett um die 60 Euro. Ab der 6. Woche kann ich damit rechnen, dass 1-2 Spielzeuge pro Tag zerstört werden (Zerrseil, Plüschtier und so weiter) - je nachdem wann die Welpen ausziehen 15 Wochen beim B-Wurf macht das etwa 60 Spielzeuge - man kann preislich pro Spielzeug 3-8 Euro rechnen, manche auch mehr. Gern nehme ich auch Babyspielsachen, da haben Plüschtiere keine Plastikaugen und Nase. Daneben gehen auch meist so 2-3 Katzentunnel, Kinderspieltunnel oder das Spielhaus in jeden Wurf kaputt - kosten zwischen 10 und 15 €, plus der nächste Ikea ist 100km entfernt. Die Wurfbox muss meist nach jeden oder jeden 2. Wurf neu gestrichen werden mit Sabberlack, also Lack der auch für Babyspielsachen geeignet ist. Meist sind 2-3 Vetbeds nach jeden Wurf zu ersetzen, dass sind Decken, die Flüssigkeiten nach unten leiten, damit die Welpen, wenn sie dann anfangen Urin selbst abzusetzen immer trocken liegen - ein Vetbed kostet circa 25 Euro. Zugegeben ich kaufe diese Sachen meist über das Jahr verteilt nach und schlage zu wenn es günstig ist, Ebay ist auch ein guter Freund geworden. Um die Welpen für Abstürzen und Ausflügen zum Nachbarn zu bewahren sind auch Welpengitter nötig - habe mittlerweile 4 Sets - 60 Euro pro Set, die Sets was im freien stehen fangen auch mal an zu rosten.

Auch sind Weiterbildungen für mich als Züchter wichtig - ich besuche regelmäßig Online-Seminare, viele sind zum Glück kostenlos und werden über Futtermittelhersteller oder durch Pharmabetriebe finanziert. Aber ich versuche auch 1-2 Seminare pro Jahr zu besuchen, das von Laboklin kostet 95 €, das vom VDH-Franken 55 € als Beispiel. Ein ebenso gern gestellte Frage von Welpenkäufern ist, welche Bücher kann ich empfehlen, meine Hundebuch-Bibliothek umfasst mehr als 100 Bücher - Preislich gesehen gehen Bücher bei 10 Euro los, Fachbücher kosten auch mal schnell 70-150 Euro pro Stück - man kann sagen jährlich gebe ich gut zwischen 400 und 500 Euro für Literatur aus.

Ein weiterer Kostenpunkt für mich sind Ausstellungen, eine Ausstellung kostet circa 50 Euro pro gemeldeten Hund, dazu die Anfahrten, Hotelübernachtungen, da kommt man schnell auf 200-300 Euro pro Wochenende. Für mich gehört aber das Ausstellen von Hunden zur Zucht dazu, mich interessieren weniger die Titel, aber die Meinungen von Fachleuten zu meinen Hunden. Bevor ein Hund bei mir in die Zucht geht muss er mindestens 3-5 ausgestellt worden sein (Ausnahme ist Bonny wegen ihrer Vergangenheit, bei ihr achte ich intensiver auf den Deckpartner, dass dieser erfolgreich ausgestellt wurde). Pro Hund gehen da gut und gern 1000 Euro drauf, bevor er in die Zucht geht bzw. bevor ich überhaupt weiß, ob der Hund für die Zucht geeignet ist.

Der wichtigste Punkt sind jedoch Gesundheitsuntersuchungen - Hüftgelenksdysplasie kostet etwa 150 Euro (Röntgen und Auswertung) dazu lass ich zusätzliche Aufnahmen von den Ellenbogen machen - nochmals circa 30 Euro. Genuntersuchungen - prcdPRA, GSDIIa, DM und neu jetzt CMR1/2/3 - circa 350 Euro inklusive Tierarztkosten. Jährliche Augenuntersuchung bei einen Augentierarzt - 80 € dazu 200km Autofahrt. Erst mit diesen Untersuchungen darf die Hündin/Rüde zur Zuchtzulassung antreten. Dann kommt die Zuchtzulassung an sich 40 Euro, plus Anreise, das letzte Mal ging es 1200km hin und zurück nach Hamburg.

Dann kommen die eigentlichen Wurfkosten. Als erstes lass ich zu Beginn der Läufigkeit ein großes geriatrisches Blutbild inklusive Schilddrüsenwert machen, dazu eine allgemeine Untersuchung um sicher zu stellen, dass die Hündin fit ist und einen Scheidenabstrich um zu schauen ob eine Behandlung notwendig ist, wegen zuvieler oder falscher Keime - circa 120 Euro. Dazu 3-5 mal Progesterontest und Zellabstrich um zu schauen welcher der optimalste Decktag ist - jeweils 50 €, macht dann zwischen 150 und 250 Euro insgesamt. Dann kommt die Fahrt zum Deckrüden, Übernachtung, Essen. Die Preise für den Deckrüden variieren - ab 1000 Euro aufwärts. Für den D-Wurf hab ich mit allen drum und dran über 2000 Euro für den Papa das Wurfes bezahlt. Dann die Herpesimpfung 65 €, Ultraschall 35 Euro, zusätzliches Futter, Futterzusätze - 250 Euro während der Trächtigkeit, so hat zum Beispiel Bonny während ihrer Trächtigkeit nur noch eine Sorte Nassfutter gefressen - Real Nature Wilderness oder Sunny noch extremer, so wollte weder Trocken- noch Nassfutter, sie hat nur noch Katzenfutter gefressen (Miamor Deli Dinner - 24 Dosen - 20 € - sie hat bis zu 5 Stück am Tag gefressen. Dann kommt die zweite Herpesimpfung und Röntgen - 110 €. Dann kommt die Geburt, läuft alles okay sind die Kosten überschaubar - Welpenbooster, RevivoSpray, Schleimabsauger, Metrovetsan, Desinfektionsmittel, sterilen Faden, Lactovetsan ... rund 120 Euro zusammen, aber wehe es wird ein Kaiserschnitt in der Nacht benötigt dann sind da mal schnell 1200 - 1500 Euro. Nach der Geburt hat die Hündin unbegrenzt Futter zur Verfügung zusätzlich gibt es Frubiase zur Calciumversorgung. Dazu täglich Ziegenmilch - ein Kilogramm Ziegentrockenmilch kostet circa 22 Euro. Dazu ist für den Notfall auch Welpenaufzuchtsmilch im Haus - 2kg Zickenwelpenmilchpulver 53 Euro. Ab jetzt läuft die Waschmaschine und der Trockner täglich 1-2 mal - Waschmittel/Strom/Abnutzung - da kommen gut 250 € in den Wochen zusammen. Für Hunde besitzen wir extra eine Waschmaschine, die auch ab und zu kapputt geht. Die Welpen werden bei mir im Wohnzimmer geboren, für die ersten 3-4 Tage ist die Temperatur im Zimmer bei circa 26-28 Grad, das wird bei der kalten Jahreszeit nur mit zusätzlicher Elektroheizung geschafft. Nach der Geburt fahre ich meist zur Kontrolle zur Tierärztin Ultraschall oder Röntgen - um die 40 Euro bzw. hatte Finja bei ihrer letzten Trächtigkeit Wehenschwäche, dann hieß es auch zwischendrin zum Tierarzt Röntgen plus Oxytocin - wieder 60 € weg. Dann kommt die erste Entwurmung für die Welpen - 25 Euro. Irgendwann fangen die Welpen an Kot und Urin selbstständig abzusetzen - im Welpenauslauf liegen dann Inkontinenzunterlagen - ca. 200 Stück gehen da gut bei einen Wurf drauf - 60 Euro. Dazu dann tägliches putzen, ich benutze abwechelend Biodor Animal 10 l um die 60 Euro oder Simple Solution Fleck und Geruchsentferner - 4 l um die 20 Euro. Dazu unmengen an Küchenrolle für kleine Malheurs zwischendurch. Dann geht es weiter die Welpen wollen mehr als nur Muttermilch - ich fange mit Rindertartar vom Metzger an - 1 kg - 14,99 €. Allgemein kann man die Kosten für Futter für die Welpen bis zur Abgabe mit 300-400 Euro einplanen - sie bekommen ebenfalls Ziegenmilch, dann bekommen die Welpen Nassfutter von Platinum - je nachdem wann die Welpen ausziehen - brauche ich am Anfang für 6 Welpen - 1 Tetrapackung pro Tag, das steigert sich dann bis zu einer halben Packung pro Welpe zur 8. Woche, bei 6 Welpen macht dass dann 3 Packungen á 2 Euro, also 6 Euro pro Tag, bleibt ein Welpen zum Beispiel wegen Auszug ins Ausland bis zur 15. Woche, macht das etwa 50 Euro nur an Nassfutter für diese 7 Wochen extra. Dazu verbrauche ich circa zwei - 15kg Packungen Trockenfutter - 110 Euro, Rinderlunge, Kälberblase, Käsewürfe zum Training, Frischfleisch, etwas Gemüse und Obst, Joghurt, Hüttenkäse usw. Bis zur Abgabe werden die Welpen zwei teilweise auch 3 mal entwurmt wenn sie länger als 12 Wochen bei mir sind - 50 Euro. Dann kommt das Impfen und Chippen - circa 50 Euro pro Welpe. Da mein Zuchtwart gut 200km von mir entfernt wohnt, kostet die Wurfabnahme auch gut 140 Euro. Kommt dann was unvorhergesehenes dazwischen - Erkältung der Welpen oder ein Nabelbruch der operiert werden muss dazu oder oder oder.... sind schnell mal weitere 200-300 Euro weg. Im letzten Wurf hat sich ein Welpe beim Spielen am Auge verletzt, die Behandlung kostet dann auch um die 60 Euro. Und Welpenzähnchen verewigen sich überall, so dass auch meine Möbel die ein oder andere Macke mittlerweile haben, oder die Welpen finden eine Ecke im PVC und der komplette PVC in einen Raum muss ausgetauscht werden. Dann kommen die Gebühren für die Ahnentafel und Wurfeintragung - 1 Ahnentafel kostet 45 Euro, Wurfeintrag 30 Euro, dazu Auslandsahnentafeln 40 Euro, falls Welpen ins Ausland gehen.

Dann kommen Kosten dazu wie Dekoartikel für Welpenshootings - ein Fell, eine Kiste usw. Welpenstartersets, auch diese kosten Geld - Leine, Geschirr, Futter, Spielzeug, Decke - gut 40-50 Euro pro Welpe. Außerdem beteilige ich mich an den Kosten für Gesundheitsuntersuchungen bei den Welpen, falls diese auf Hüftgelenksdyslasie und erbliche Augenerkrankungen untersucht werden, zahle ich bis zu 200 Euro pro Welpe dazu.

Dann sind Ausgaben die sich schwer trennen lassen von Privat - externe Festplatte für Fotos, oder eine Videokamera für Youtube Filmchen usw.

Und dann bleiben meine "Rentner" bei mir, ich kann mich nicht von Hunden trennen, die Jahre lange für mich Welpen das Leben geschenkt haben, das war sicher auf für die Hündin nicht immer leicht und zum Teil auch schmerzhaft. Sie haben dann all ihre Energie und Fürsorge in die Aufzucht der Welpen gesteckt. Ich hab eine extrem enge Beziehung zu all meinen Hunden und kann solche Hunde nicht einfach abschieden, auch wenn ich weiß, dass sie es woanders auch gut haben würden. Aber meine Zuchthunde haben ihr Rentnerdasein im bekannten Rudel sich hart erarbeitet und verdient. Aber mit dem Alter kommen auch die Zipperlein und damit Tierarztkosten - falls am Ende Geld von den Würfen übrig geblieben ist, wird dieses Geld für die "Hunderentner" Beiseite gelegt. Und wie beim Menschen kostet auch bei Hunden das Verbrennen und danach die Urne ihr Geld.

Ich habe gewiss den einen oder anderen Posten vergessen. Aber einen Überblick sollte man haben, warum Hunde aus seriöser Zucht ihren Preis haben.

Wenn Ihnen ein Welpe beim Züchter zu teuer ist, kaufen Sie nicht einfach ein Tier an der nächsten Ecke Wühltischwelepn - nein Danke - fahren Sie ins nächste Tierheim.